Positive Psychologie, Quantenphysik ...

... und andere Schwierigkeiten.

Von Romi Staub

Der Patient (es könnte auch eine Patientin sein) ist wegen Bettnässens in psychotherapeutischer Behandlung. Der Therapeut (es könnte auch eine Therapeutin sein) erkundigt sich: «Wie hat sich Ihre Situation seit dem letzten Mal verbessert?» ⎯ «Danke, es geht mir sehr gut!» meint der Patient strahlend. «Zwar nässe ich immer noch ein, aber jetzt habe ich Freude daran.»

Nein, darum geht es nun wirklich nicht in der sogenannten «PosiDven Psychologie». Auch wenn von Kritikern gerne unterstellt wird, hierbei würden die Probleme einfach bloss schöngeredet. Viel treffender hat es Barbara Aschwanden neulich auf Twitter auf den Punkt gebracht: «Unangenehmes sollte man nicht mit zuviel Aufmerksamkeit düngen.»

In der «Positiven Psychologie» gehen wir davon aus, dass wir unser Leben meistern müssen, ganz egal, wie widrig die Umstände oder wie schwerwiegend die Probleme gerade sein mögen. Also gilt es in jedem einzelnen Fall darum, eine angemessene, praktikable Lösung zu (er-)finden. Mit angemessen meine ich, dass es nicht unbedingt nötig ist, radikal dahinter zu gehen; im Gegenteil: Wie wir alle bei uns selber beobachten können, funktionieren jene Lösungen am Besten, die unsere Kräfte nicht überbeanspruchen, die so bequem wie möglich sind und von denen wir uns im Innersten den schnellsten, besten Erfolg versprechen. Damit ist auch schon gesagt, was praktikabel meinen könnte: Eine Lösung muss einfach und mit den eigenen Ressourcen durchzuführen sein. Das braucht in jedem Fall Kraft, Energie, Mut sowie seelisch-geistige Widerstandskraft ⎯ oder «Resilienz» wie diese Fähigkeit auch genannt wird. Selbstverständlich hat man erforscht, unter welchen Bedingungen Menschen am ehesten ihre Lebens- oder Berufskrisen meistern können, bzw. was Menschen konkret daran hindert, eben dies zu tun. Nicht überraschend wurde dabei beobachtet, dass die bekannte negative Denkspirale, unser automatisches Karussell im Kopf, das grösste Hemmnis in der Problembewältigung darstellt.

Menschen, denen die Bewältigung von Schicksalsschlägen, Krisen und Problemen jeder Art am besten gelingt, verfügen dagegen über die Fähigkeit, im dunkelsten Dunkel noch etwas Farbe und Licht zu erkennen und sich ausschliesslich daran zu orientieren. So gelingt es ihnen, fortwährend Kraft zu schöpfen für die anstehenden Lösungsschritte.
Gesucht wird also beispielsweise nach Antworten auf folgende Fragen: Was hat in einer ähnlichen Situation schon gut gewirkt? Oder: Wie haben andere eine solche Situation gemeistert? Was wäre das Gegenteil und wie könnten wir dahin kommen? Wer bestimmt konkret, was geht und was nicht? Welche Begabungen, Talente, Fähigkeiten und Kompetenzen könnten jetzt gerade helfen?

Solche oder ähnliche Perspektivenwechsel helfen, die Gedanken auf das Kraftvolle, Ermutigende zu lenken, statt auf der Problemebene zu verharren. Klingt einfach, ist jedoch nicht so leicht und gelingt darum oft besser mit professioneller Begleitung.
Interessanterweise werden heutzutage vermehrt Erkenntnisse aus den Quantenwissenschaften bekannt, die eine Erklärung geben könnten, was es bedeutet, wenn grosse Weisheitslehren wie auch berühmte Philosophen immer schon darauf hinwiesen, dass wir mit unseren Gedanken die Wirklichkeit erschaffen. Denken und Fühlen stehen vielleicht wie Ei und Huhn zueinander. Man weiss nicht genau, was zuallererst da gewesen war. Hingegen wissen wir, dass negatives Denken negative Gefühle hervorbringt ⎯ und umgekehrt, dass wir mit kraft- und freudvollen Gedanken kraft- und freudvolle Gefühle erzeugen, was wiederum kraft- und freudvolles Denken fördert und damit ein Energiefeld erschafft, das zukunksfördernde Lösungen ermöglicht. Nicht zu vergessen: Mit unseren Gedanken und Gefühlen erzeugen wir offenbar ein Energiefeld mit einer Reichweite von sieben Metern im Umkreis! ⎯ Alles klar?

 

Kriminalbeamtin... Seelsorgerin... Hofnärrin... Krisen-Coach... Hypnose-Coach...

Unterwegs im Lebensfluss.

Von Romi Staub

Es war das Jahr 1984, als mich eines Tages der Winterthurer Stadtpräsident anrufen liess, um mich zu einem Gespräch einzuladen. Gwunderfitzig und von meinem Mann ermuntert, ging ich zu diesem Treffen und staunte nicht schlecht: Mir wurde die frei gewordene Stelle der Personal-Fürsorgerin auf dem Berufungsweg angeboten! Ein langes, philosophisch tiefgründiges Gespräch mit dem Personalchef, mehrere schlaflose Nächte und viele Gedanken später sagte ich zu ⎯ sehr zur Freude meines Mannes, der fand, diese Stelle sei mir genau auf den Leib geschrieben. Und so kam es, dass ich mit wehem Herzen alle meine Ausrüstungs-Gegenstände ins polizeiliche Mutterhaus zurückbrachte. Nie werde ich jene Momente auf der Heimfahrt vergessen, als ich mich völlig heimat- und schutzlos fühlte und tief erschüttert nur weinen konnte....

Gwunderfitzig geworden?

Lesen Sie mehr darüber in den nächsten „Inspirationen“.